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Ein Airstream aus den USA –das Abenteuer beginnt am Hafen!

Der Import eines klassischen Airstream-Wohnwagens aus den USA nach Deutschland ist das erste Abenteuer auf der (langen) Reise zum restaurierten Vintage-Airstreams in Deutschland. Das erfordert etwas Planung, aber dann lassen sich auch bürokratische Hürden und logistische Herausforderungen meistern.

Ich beschreibe hier unsere Erfahrungen, ohne Garantie auf Richtigkeit. Es mag einfachere oder bessere Wege geben. Wir machen es so, wie ich es nachfolgend schildere und bisher ist jeder Airstream gut bei uns angekommen.

Recherche vor dem Import

Überprüft das Alter und den Status des Airstreams

Steuervorteile für Oldtimer: In Deutschland gelten Fahrzeuge über 30 Jahre als Oldtimer (historische Fahrzeuge). Sie unterliegen reduzierten Einfuhrsteuern. Das Alter des Airstream bestätigt Ihr anhand der Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) oder des Titels.

Für den Export aus den USA benötigt Ihr eine Bill Of Sale – eine Rechnung des Verkäufers, die beglaubigt sein muss. Die Zoll- und Exportpapiere lassen wir immer von einem Agenten machen. Das könnt Ihr vielleicht auch selbst machen, die Kosten dafür sind aber überschaubar, daher ist ein Profi hier die sichere Wahl. Mit dem Exportagenten (der in der Regel in den USA seinen Sitz hat) könnt Ihr im Vorfeld auch noch genau abstimmen, welche Unterlagen und Infos für den Export notwendig sind.

Vom Verkäufer zum Hafen.

Der Teil ist etwas tricky. Der Airstream muss zum Hafen kommen. Idealerweise an die Ostküste, weil dann die Fähre deutlich günstiger ist als von Häfen im Westen. Vielleicht könnt Ihr Euch mit dem Verkäufer einigen, dass er den Airstream an den Hafen bringt. Alternativ muss das ein professioneller Transporteur machen, der sich mit den Formalitäten einer Hafenanlieferung auskennt.

Die Fähre.

Einen Standard-Seecontainer aus den USA nach Deutschland zu verschiffen ist einfach und relativ günstig. Leider geht das mit einem Airstream nicht. Die Container sind mit 2,35 Metern meistens zu schmal und mit 2,38 Metern immer zu niedrig.

Macht Euch auf die Recherche nach einer RoRo-Fähre (Roll On Roll off). Die verkehren nicht an allen Seehäfen. In Deutschland sind Bremerhaven und Hamburg die gängigsten. Alternativ auch Zeebrugge in Belgien.

Import.

Dafür benötigt Ihr wieder die Hilfe eines Agenten oder einer Spedition, die den Import für Euch abwickeln. Die benötigen neben ein paar technischen Angaben zu dem Airstream eine Bill Of Sale, die Rechnung der Reederei inklusive der Transportversicherung. All diese Summen werden bei der Ermittlung der Einfuhrumsatzsteuer herangezogen.

Habt das bei der Budgetplanung unbedingt auf dem Schirm. Wenn Euer Airstream beispielsweise 10.000 Euro kostet, die Fähre noch mal 3000 Euro und die Versicherung 500 Euro, sind das 13.500 Euro, auf die Ihr beim Import noch mal 19% Steuer zahlt, also 2.565 Euro.

Besprecht das aber im Vorfeld noch mal mit Eurem Import-Agenten. Dazu gibt es unterschiedliche Informationen und Oldtimer werden zum Teil auch bei der Einfuhrumsatzsteuer bevorzugt behandelt. So zahlen wir zwar immer 19% Einfuhrsteuer (die für uns bei gewerblichem Import nicht relevant ist) aber einen reduzierten Zollsatz.

Vom Hafen zu Euch.

Den Airstream könnt Ihr nicht an Euer Auto anhängen und heimziehen. Die Lichtanlage ist in Deutschland nicht zugelassen, ihr habt keinen TÜV oder DEKRA, das ist aber Voraussetzung für Überführungskennzeichen, zudem passt das Amerikanische Kupplungssystem nicht zu Deutschen PKW und die Bremsen sind auch anders als bei uns.

Den Transport muss ein Spediteur machen oder Ihr besorgt Euch einen Anhänger der groß genug ist und ausreichend Nutzlast hat, also das Gewicht des Airstream aushält.

Wenn Ihr selbst abholt, reserviert am Hafen einen Gabelstapler. Der Kostet ein paar Euro extra, aber dann bekommt Ihr den Airstream sicher auf den Trailer.

Das ist ein kurzer Überblick über den Import eines Vintage-Airstreams ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Checkt alle Details dazu unbedingt noch mal, vor Ihr dieses Abenteuer angeht.

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